Navigation

Der assistierte Suizid: Entwicklungen während der letzten 30 Jahre

 

Bereits 1918 entschied der Schweizer Bundesrat, dass die Hilfe beim Suizid straffrei sein solle, wenn die Motive dafür uneigennützig seien. 24 Jahre später wurde dieser Entscheid im Artikel 115 des Strafgesetzbuches verankert; weitere 40 Jahre später wurden die ersten Sterbehilfeorganisationen gegründet.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Die Zahl der Personen, die mit Hilfe eines assistierten Suizids (AS) aus dem Leben scheiden, hat sich allein in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Diese Zahl steigt voraussichtlich weiter an, wobei exakte Daten zu dieser Entwicklung fehlen. Um die Entwicklung des AS verstehen zu können, werden mehr Informationen zu den Einflussfaktoren und Motiven benötigt. Dieses Wissen ist für Entscheide in der Politik von grosser Bedeutung.

Ziel

Das Projekt soll einen Überblick verschaffen über die Periode der letzten 30 Jahre, also seit der Gründung der ersten Sterbehilfeorganisationen in der Schweiz. Damit kann die Dynamik des AS bestimmt werden. Sowohl regionale Unterschiede als auch Unterschiede der einzelnen Sterbehilfeorganisationen bezüglich Vorgehen, Dokumentation und Klientinnen und Klienten sollen aufgezeigt werden. In der Folge lassen sich Faktoren identifizieren, welche die Entwicklung des AS beeinflusst haben. Zusätzlich wird die Klientel hinsichtlich ihrer Motive für AS untersucht, um daraus vorbeugende Massnahmen im Rahmen von Palliative Care ableiten zu können. Im Projekt werden rückblickend alle in den Schweizer Instituten für Rechtsmedizin archivierten Unterlagen analysiert und statistisch ausgewertet. Zusätzlich werden die ab dem Projektbeginn neu auftretenden Todesfälle mit dem für die Studie konzipierten Erhebungsbogen erfasst.

Bedeutung

Die Ergebnisse der Studie werden sowohl einen Überblick über den aktuellen Stand als auch einen Rück- und Ausblick auf die Entwicklung des AS in der Schweiz gewähren und können als Grundlage für weiterführende Debatten und Entscheide genutzt werden.

Originaltitel

Assisted suicide in Switzerland – a detailed national survey over the past 30 years

Projektleitung

  • Dr. med. Christine Bartsch, Abteilung Forensische Medizin und Bildgebung, Institut für Rechtsmedizin Universität Zürich
  • PD Dr. med. Thomas Reisch, Universitätsklinik für Psychiatrie Bern

Institutionelle Zusammenarbeit

  • Institut für angewandte Psychologie, Department für medizinische Wissenschaften, UMIT – Private Universität, Österreich
  • Institute für Rechtsmedizin in der Schweiz
  • Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie, Zürich
  • Institut für Sozial- und Präventivmedizin Universität Zürich

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. med. Christine Bartsch Bis Nov. 2015:
Institut für Rechtsmedizin Universität Zürich
Abteilung Forensische Medizin und Bildgebung
Winterthurerstrasse 190/52 8057 Zürich +41 79 731 69 59 drbach2015@gmail.com

Aus diesem Projekt