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Unbezahlbar? Der Wert medizinischer Behandlungen am Lebensende

 

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Wie viele medizinische Behandlungen vor dem Tod gibt es, die nur geringen Nutzen haben? Welchen Preis dürfen lebensverlängernde Massnahmen haben? Und was denkt die Schweizer Bevölkerung über Kosten und Wert von lebensverlängernden Massnahmen? Diesen schwierigen Fragen muss sich die Gesellschaft stellen. Denn bis zu einem Viertel aller Gesundheitsausgaben werden kurz vor dem Tod verursacht, und es ist zu erwarten, dass medizinischer Fortschritt und intensivere Behandlungen die Kosten in der letzten Lebensphase weiter ansteigen lassen. Aufgrund der alternden Bevölkerung wird befürchtet, dass die Gesundheitsausgaben eines Tages nicht mehr tragbar sind und dies zu empfindlichen Rationierungen führen könnte.

Ziel

Dieses Projekt wird ein Präferenzexperiment mit tausend zufällig ausgewählten Personen durchführen. Es soll Aufschluss darüber geben, ob die Gesellschaft eine Obergrenze für Kosten kurz vor dem Tod befürwortet und wie hoch diese sein könnte. Den Probanden werden Versicherungsmodelle angeboten, die sich beispielsweise durch Ausschluss besonders teurer Medikamente für schwere Krankheiten unterscheiden. Aus den Entscheidungen lässt sich für vordefinierte demografische Gruppen und die Gesellschaft als Ganzes die Zahlungsbereitschaft ableiten. Zudem wird das Projektteam die Kosten von über 70‘000 Verstorbenen im letzten Lebensjahr auf typische Sterbemuster hin untersuchen (z.B. Kosten bei Unfall, bei kurzer Krankheit, bei chronischen Erkrankungen). In der Folge lässt sich bestimmen, wie sich die Anteile dieser Sterbemuster über die Zeit verändert haben. Dies wird Hinweise liefern, ob sich die medizinische Betreuung der Sterbenden in den letzten Jahren verstärkt hat oder ob ältere Menschen heute kurz vor dem Tod in besserem Gesundheitszustand sind als früher. Beide Erkenntnisse sind wichtige Faktoren zur Schätzung künftiger Gesundheitsausgaben.

Bedeutung

Die Ergebnisse liefern Diskussionsgrundlagen für die gesellschaftliche Debatte um Wert und Nutzen teurer medizinischer Behandlungen kurz vor dem Tod. Wünschbar wäre die Ausarbeitung möglicher Richtlinien zur Verhinderung versteckter Rationierung.

Originaltitel

Unbezahlbar? Der Wert des Lebens und die Kosten am Lebensende aus gesellschaftlicher Sicht / Do high health care expenditures at end of life reflect preferences of the Swiss population?

Projektleitung

  • Prof. Dr. oec. publ. Konstantin Beck, CSS Institut für empirische Gesundheitsökonomie, Luzern
  • Dr. oec. publ. Harry Telser, Polynomics, Olten
  • Dr. sc. ETH Viktor von Wyl, CSS Institut für empirische Gesundheitsökonomie, Luzern

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. oec. publ. Konstantin Beck CSS Institut für empirische Gesundheitsökonomie Tribschenstr. 21 6002 Luzern +41 58 277 11 11 konstantin.beck@css-institut.ch

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