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Regionale Unterschiede medizinischer Behandlungen am Lebensende

 

Die Studie untersucht die regionale Verteilung der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen in den letzten zwölf Lebensmonaten einer sterbenden Person. Regionale Unterschiede können auf medizinische Unter- bzw. Überversorgung hindeuten.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Untersuchungen aus mehreren Ländern zeigen, dass der Umfang medizinischer Behandlungen in der letzten Lebensphase regional erheblich variieren kann. Die unterschiedlichen Behandlungsmuster widerspiegeln nicht nur die effektiven Bedürfnisse der Patienten und deren Angehörigen, sondern sind vor allem auf eine unterschiedliche Angebotsstruktur, das heisst die unterschiedliche regionale Verfügbarkeit von Spitälern, Ärzten und Ärztinnen und Pflegeheimen zurückzuführen. Dies lässt vermuten, dass eine medizinische Fehlversorgung von Patienten besteht, die sich in einer besonders empfindlichen Lebensphase befinden.

Ziel

Im Rahmen der Studie sollen die regionale Verteilung von Behandlungen am Lebensende in der Schweiz dokumentiert und mögliche Ursachen unterschiedlicher Behandlungsmuster identifiziert werden. Für die Studie werden Einzugsgebiete von Spitälern als geographische Einheiten verwendet. Dieses Vorgehen ermöglicht eine bevölkerungsbezogene Dokumentation der regional vorhandenen Ressourcen (Anzahl Spitäler, Ärzteschaft, Geräte usw. pro 1000 Einwohner) und deren Nutzung, unabhängig von vorgegebenen administrativen oder anderen Grenzen. Mit Hilfe von Daten der Krankenversicherungen werden die Behandlungspfade im ambulanten Bereich, in Spitälern und in Alters- und Pflegeheimen während der letzten zwölf Lebensmonate von Betroffenen abgebildet. Damit können regionale Unterschiede in der Behandlungsintensität und der damit verbundenen Kosten einzelner Patienten bestimmt und im Zusammenhang mit dem regional verfügbaren Angebot von Leistungen untersucht werden.

Bedeutung

Die Resultate sollen dazu beitragen, dass die Bevölkerung auch in der letzten Lebensphase effizient und gleichberechtigt mit der bestmöglichen medizinischen Behandlung versorgt werden kann.

Originaltitel

Regional and temporal variation in end of life care in Switzerland

Projektleitung

  • Prof. Dr. Kerri Clough-Gorr, Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM), Universität Bern
  • Prof. Dr. Andreas E. Stuck, Geriatrie Universität Bern, Inselspital Bern
  • Prof. Dr. Matthias Egger, Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Bern
  • Prof. Dr. David C. Goodman, The Dartmouth Institute for Health Policy and Clinical Practice, Lebanon, NH, USA

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Kerri Clough-Gorr Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) Finkenhubelweg 11 3012 Bern +41 31 631 35 11 kerri.clough@ispm.unibe.ch

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