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Pflegende Angehörige zwischen Arbeitswelt und Sterbebegleitung

 

Die Anforderungen an Angehörige von Menschen am Lebensende sind hoch: Die Begleitung des Sterbenden und die gleichzeitige Berufsausübung können eine grosse Belastung dar-stellen. Diese Studie will die Lebenswirklichkeit von Betroffenen verstehen und Massnahmen zu ihrer Unterstützung erarbeiten.

Projektbeschrieb (abgeschlossenesForschungsprojekt)

Menschen am Lebensende werden oft von ihren nächsten Angehörigen unterstützt und begleitet. Die «pflegenden Angehörigen» (Eltern, Kinder, Ehepartner oder Ehepartnerin, Freunde) sind meist gleichzeitig erwerbstätig und daher starken Belastungen ausgesetzt. Wie gehen sie mit den konkurrierenden Ansprüchen von Arbeit und Pflege um? Möchten und können sie ihre verschiedenen Aufgaben neu priorisieren? Welche Ressourcen können diese Menschen mobilisieren, um ihre im Sterben liegenden Angehörigen angemessen zu pflegen? Das Projekt will Antworten auf diese Fragen finden und zwischen der Welt der Pflege und jener der Arbeit eine Brücke schlagen.

Ziel

Das Projekt will dazu beitragen, dass berufstätige Personen bei der Sterbebegleitung eines Angehörigen besser eingebunden werden können, und dass auch am Arbeitsplatz eine für alle Beteiligten (Arbeitgebende, Mitarbeitende, Angehörige, Pflegende) befriedigende Situation geschaffen wird. Mit einem anthropologischen Forschungsansatz werden etwa zwanzig Lebenssituationen dokumentiert. Die Forschenden führen Beobachtungen und Gespräche mit den Betroffenen durch, um zu verstehen, welche Hürden Berufstätige in dieser Situation überwinden müssen.

Bedeutung

Berufstätige sollten bei ihrer pflegerischen Aufgabe entlastet werden. Gleichzeitig soll das Projekt Entscheidungsträgern helfen, Unterstützungsangebote für "pflegende Angehörige" eines Menschen am Lebensende zu verbessern. Die Ergebnisse sollen Personen aus Pflegeberufen zu einem besseren Verständnis der Zwänge von Berufstätigkeit und Sterbebeglei-tung verhelfen. Das Projekt erhebt zudem Datenmaterial, das in die anstehende politische Debatte über den Pflegeurlaub und alternative Modelle einfliessen kann. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind heute in der Schweiz restriktiv: zur Betreuung eines kranken Kindes wird lediglich ein dreitätiger Urlaub gewährt.

Originaltitel

Working and supporting a dying relative: reconciling employment and palliative care in 'end of life' situations

Projektleitung

  • Prof. Dr. Marc-Antoine Berthod, Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit, Lausanne
  • Dr. Yannis Papadaniel, Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit, Lausanne

Institutionelle Zusammenarbeit

  • Raiffeisen Bank
  • Begleit- und Präventionszentrum für Fachleute an den Schulen in Neuchâtel
  • Espace Pallium
  • Spital Wallis (GNW)
  • Universitätsspital in Lausanne
  • Fondation Rive-Neuve
  • Amt für Sozialversicherungen und Heimunterbringung im Kanton Waadt

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Marc-Antoine Berthod Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit Chemin des Abeilles 14 1010 Lausanne +41 21 651 62 43 marc-antoine.berthod@eesp.ch

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