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Extrem Frühgeborene an der Grenze zur Lebensfähigkeit: Was beeinflusst die Entscheidungen?

 

Entscheidungen für oder gegen lebensverlängernde Massnahmen bei extrem Frühgeborenen fallen nicht immer im Interesse des Kindes aus. Das Projekt untersucht, welche Faktoren bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen und welche Unterschiede zwischen den Involvierten und der Gesellschaft bestehen.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Wenn bei einem extrem frühgeborenen Kind eine schwierige medizinische Entscheidung getroffen werden muss, tendieren Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegende dazu, nicht nur im Interesse des Kindes zu handeln. Weitere Faktoren wie persönliche Einstellungen und Wertvorstellungen spielen bei Entscheidungen am Lebensende ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese wiederum werden durch Alter, Berufserfahrung, Kultur und religiöse Einstellung beeinflusst.

Ziel

Das Projekt will Einstellungen und Wertvorstellungen untersuchen, die bei Entscheidungen am Lebensende von Frühgeborenen eine Rolle spielen. Es soll auf alle Ärzte und Ärztinnen und Pflegepersonen fokussieren, die in Schweizer Neugeborenen-Intensivstationen arbeiten. Von grossem Interesse ist der Einfluss langdauernder Belastung dieser Berufsgruppen durch schwerkranke Neugeborene und ethische Dilemmata, die aufgrund schwieriger und belastender Entscheidungen erwachsen. Zudem sollen Einstellungen und Werte bezüglich extremer Frühgeburtlichkeit bei den Eltern wie auch auf gesellschaftlicher Ebene erforscht werden.

Bedeutung

Die Studie wird wichtige neue Informationen liefern bezüglich des Einflusses der persönlichen Einstellungen und Werte von Ärzten und Ärztinnen sowie Pflegenden auf Entscheidungen am Lebensende. Zusätzlich wird die chronische Belastung durch schwierige medizinisch-pflegerische Situationen am Lebensende von extrem Frühgeborenen beschrieben. Dieses Wissen soll mit den Resultaten der Befragung von Eltern und Bevölkerung eine breite und offene Diskussion über die schwierigen Entscheidungen ermöglichen. Das Projekt kann über die Betreuung von extrem Frühgeborenen hinaus anderen intensivmedizinischen Disziplinen wertvolle Fakten bieten.

Originaltitel

Attitudes and values among health care providers, parents and society regarding end-of-life decision-making in extremely preterm infants in Switzerland

Projektleitung

  • Prof. Dr. Jean-Claude Fauchère, Klinik für Neonatologie, Universitätsspital Zürich
  • Prof. Dr. Hans Ulrich Bucher, Klinik für Neonatologie, Universitätsspital Zürich
  • Prof. Dr. Thomas M. Berger, Neonatologische und Pädiatrische Intensivstation, Kinderspital Luzern
  • Dr. Ruth Baumann-Hölzle, Interdisziplinäres Institut für Ethik im Gesundheitswesen, Dialog Ethik, Zürich

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Jean-Claude Fauchère Universitätsspital Zürich
Klinik für Neonatologie
Frauenklinikstrasse 10 8091 Zürich +41 44 255 35 84 jean-claude.fauchere@usz.ch

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