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Sterbewünsche bei Menschen in schwerer Krankheit

 

Menschen mit fortgeschrittenen unheilbaren Krankheiten machen sich häufig Gedanken über das Sterben und einige von ihnen haben Sterbewünsche. Das Projekt soll die Sicht von Betroffenen beleuchten und daraus Massnahmen für eine angemessene Betreuung und Begleitung ableiten.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Sterbewünsche bei schwer kranken Menschen haben meist einen komplexen Hintergrund. Sie sind eng mit der Behandelbarkeit und dem Verlauf einer Erkrankung, mit der Lebensqualität, mit der Biographie, mit Bedürfnissen, Haltungen und Sorgen der Betroffenen, aber auch mit dem unmittelbaren Umfeld und der Gesellschaft verbunden. Wie schwerkranke Menschen ihre Lebens- und Sterbewünsche sehen und begründen, ist noch wenig erforscht. Dies gilt besonders für unheilbar kranke Menschen, die nicht an einer Tumorkrankheit leiden.

Ziel

30 Menschen mit unheilbaren fortgeschrittenen Erkrankungen, die keine Krebsleiden sind, werden zu ihrer Lebenssituation und Lebensqualität, zu ihren Haltungen, Sorgen und Bedürfnissen befragt. Aus den Antworten werden Hinweise auf die Absichten, Gründe, Bedeutungen und Funktionen von Sterbewünschen gewonnen, auch dafür, wie sich diese im Verlauf der Zeit verändern und wie sie gegeneinander abgewogen werden. Die nächsten Angehörigen und betreuenden Fachpersonen werden zur Patientensituation und zu ihren eigenen Haltungen befragt. Besonderes Augenmerk wird auf den Einfluss gelegt, den die Haltungen der Angehörigen und Betreuenden auf die Entscheidungen der Patientinnen und Patienten haben.

Die Studienmethode folgt einem interpretativ-phänomenologischen Ansatz. Sie wurde in einer vorangehenden Studie entwickelt, die ähnlichen Fragen bei Menschen mit einer Krebserkrankung nachgegangen ist. Mit dieser Studie wurde ein Modell erarbeitet, das eine strukturierte Analyse von Sterbewünschen erlaubt und das bei der NFP-67-Studie angewendet wird.

Bedeutung

Die Erkenntnisse des Projekts sollen helfen, Menschen besser zu verstehen, die sich angesichts ihres nahenden Todes mit der eigenen Endlichkeit und ihrem Sterben auseinandersetzen. Dies trägt zu einer verfeinerten medizinethischen Betrachtung und Einschätzung von Sterbewünschen sowie zu einer verbesserten Entscheidungsfindung, Betreuung und Begleitung von Menschen am Lebensende bei.

Originaltitel

Palliative non-oncology patients’ wish to die. The attitudes and concerns of patients with neurological diseases, organ failure or frailty about the end of life and dying.

Projektleitung

  • Dr. Heike Gudat, Hospiz im Park, Klinik für Palliative Care, Arlesheim
  • Prof. Christoph Rehmann-Sutter, Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung IMWGF, Universität zu Lübeck, und Philosophisches Seminar, Universität Basel
  • Dr. Kathrin Ohnsorge, Hospiz im Park, Klinik für Palliative Care, Arlesheim
  • Nina Streeck, Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, Universität Zürich

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Guy Widdershoven, Department of Medical Humanities, VU medisch centrum, Amsterdam
  • Dr. Rouven Porz, Ethikstelle, Inselspital Bern
  • Klinik für Akutgeriatrie, Universitätsspital Basel (Prof. Dr. med. R. Kressig)
  • Institut für Hausarztmedizin Basel (Prof. Dr. med. Peter Tschudi)
  • Medizinische Universitätsklinik, Kantonsspital Bruderholz (Prof. Dr. med. J. Rutishauser)
  • Medizinische Klinik, St. Claraspital Basel (Prof. Dr. med. Christian Ludwig und PD Dr. med. D. Köberle)
  • REHA Basel (PD Dr. med. M. Hund-Georgiadis)

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. Heike Gudat Hospiz im Park, Klinik für Palliative Care Stollenrain 12 4144 Arlesheim +41 61 706 92 22 heike.gudat@hospizimpark.ch


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