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Ausgaben am Lebensende aus ökonomischer Sicht

 

Das Projekt entwickelt eine Theorie für die Messung des Gesamtnutzens von lebensverlängernden Massnahmen. Die wichtigsten Grössen werden empirisch geschätzt und mit den dabei anfallenden Kosten verglichen. Das Projekt liefert ökonomische Grundlagen für die Regulierung von Gesundheitsleistungen am Lebensende.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Industrialisierte Länder brauchen einen immer grösseren Anteil des Volkseinkommens für das Gesundheitswesen. Rund ein Viertel dieser Ausgaben fallen im letzten Lebensjahr an. Aufgrund herkömmlicher Bewertungsmethoden scheinen den hohen Ausgaben aber relativ geringer Nutzen in Form von zusätzlicher Lebenszeit (oft nur wenige Monate) oder höherer Lebensqualität gegenüberzustehen. Es stellt sich daher die Frage, ob und wie der Zugang zu lebensverlängernden Massnahmen rationiert werden soll.

Ziel

Im Zentrum steht die ökonomische Analyse der medizinischen Versorgung am Lebensende. Einerseits befasst sich das Projekt mit der theoretischen Valuierung von lebensverlängernden Massnahmen bei hohen Mortalitätsrisiken, da herkömmliche Methoden für die Einschätzung dieser Situation ungeeignet sind. Andererseits definiert das Projekt den Nutzen, der über die eigentliche Lebensverlängerung hinausgeht, z.B. die Weiterentwicklung von Medikamenten oder die Möglichkeit des Abschiednehmens von Familie und Freunden.

Bedeutung

Die im Projekt entwickelte Theorie dient als Grundlage für die empirische Ermittlung des relevantesten, direkten und indirekten Nutzens von lebensverlängernden Massnahmen, der den Kosten gegenübergestellt wird. Dazu werden Patientendaten (Diagnose, Behandlung und dazugehörende Kostenpauschalen) von Schweizer Krankenhäusern sowie Zeitreihen von Medikamentenpreisen verwendet. Eine Umfrage über die Zahlungsbereitschaft von Patienten, Angehörigen und Gesunden bei verschiedenen Eingriffen soll den nicht direkt messbaren Nutzen erfassen.

Die theoretischen und empirischen Resultate dieser Studie sind von Interesse für Gesundheitspolitiker, Krankenhäuser und Krankenkassen sowie für alle Mitglieder der Gesellschaft in ihrer Doppelfunktion als Prämienzahler und potentielle Bezüger von lebensverlängernden Leistungen.

Originaltitel

Ökonomische Bewertung von medizinischen Interventionen am Lebensende/ The valuation of medical interventions at the end of life

Projektleitung

  • Prof. Dr. Beat Hintermann, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Basel

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Beat Hintermann Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Basel Peter Merian-Weg 6 4002 Basel +41 61 267 33 39 b.hintermann@unibas.ch

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