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Entscheidungsfindung in der hausärztlichen Betreuung am Lebensende

 

Die Entscheidungsfindung in der hausärztlichen Betreuung von unheilbar kranken und sterbenden Menschen stellt eine komplexe Situation dar. Mit dem Projekt sollen Hinweise für die Aus- und Weiterbildung sowie die Verbesserung der Strukturen ambulanter Palliativversorgung gewonnen werden.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Hausärztinnen und -ärzte spielen eine wichtige Rolle bei der Begleitung von unheilbar kranken oder sterbenden Menschen. Gemeinsam mit Patienten, Angehörigen und Pflegekräften müssen sie Entscheidungen treffen, wenn es um die Überweisung in ein Spital oder Hospiz, um Symptomlinderung oder um einen Therapieabbruch geht. Über die Voraussetzungen und Herausforderungen der Entscheidungsfindung in der hausärztlichen Palliativbetreuung und -versorgung ist bis heute erst wenig bekannt.

Ziel

Das Projekt zielt darauf ab, die Entscheidungsfindung am Lebensende zu untersuchen – unter Berücksichtigung der Beziehung zwischen Hausarzt oder -ärztin und Patienten, der Kommunikation mit Angehörigen sowie der Kooperation mit Pflegekräften, mit Angehörigen und Spitälern. Zudem erforscht es, wie bedeutend die gesetzlichen Bestimmungen, die kantonal unterschiedlichen Versorgungsstrukturen, die Patientenverfügungen oder die normativen Vorstellungen von ‚gutem Sterben‘ für die Entscheidungen am Lebensende sind. Neben der Analyse von Rahmenbedingungen der Primärversorgung am Lebensende auf kantonaler und Bundesebene werden Interviews mit gesundheitspolitischen Akteuren, Patientenorganisationen und Vertretern der Hausärzte und -ärztinnen sowie mit Pflegekräften durchgeführt. Überdies werden Hausärzte und -ärztinnen, Pflegekräfte und Angehörige von sterbenden Menschen aus der deutschen, französischen und italienischen Schweiz in Gruppendiskussionen zu Bedingungen und Prozessen der Entscheidungsfindung am Lebensende befragt. Die Auswertung der Gespräche soll zentrale Faktoren und Indikatoren einer gelungenen Entscheidungspraxis in der hausärztlichen palliativen Betreuung und Versorgung bestimmen.

Bedeutung

Die Erkenntnisse der Studie sollen zu einer Verbesserung der hausärztlichen Palliativbetreuung in der Schweiz beitragen, indem sie die für eine optimale Entscheidungspraxis notwendigen Kompetenzen von Hausärzten und -ärztinnen benennen und die Bedingungen und Herausforderungen der hausärztlichen Begleitung am Lebensende kenntlich machen.

Originaltitel

Decision Making Practice at the End of Life. The Case of General Practice.

Projektleitung

  • Prof. Dr. Brigitte Liebig, Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW
  • Prof. Dr. Peter Voll, Haute ecole spécialisée de suisse occidentale, HES-SO, Wallis
  • Antonella Carassa, Institute of Psychology and Sociology Faculty of Communication Sciences, University of Lugano
  • Dr. Heike Gudat, Hospiz im Park, Klinik für Palliative Care
  • Dr. Klaus Bally, Institut für Hausarztmedizin, Universität Basel

Institutionelle Zusammenarbeit

  • Institute für Hausarztmedizin in der Schweiz

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Brigitte Liebig Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW
Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung
Riggenbachstr. 16 4600 Olten +41 62 286 03 21 brigitte.liebig@fhnw.ch

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