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Lebenssinn, Spiritualität und Wertvorstellungen bei Menschen am Lebensende

 

Der Verlust des Lebenssinns ist eine der wichtigsten Ursachen für den Wunsch, das Leben zu beenden. Aber was bedeutet Lebenssinn am Lebensende für die betroffenen Menschen? Mit einer neuen Interview-Methode soll diese Frage in den drei grossen Schweizer Sprachregionen untersucht werden.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Die Anzahl der begleiteten Selbsttötungen in der Schweiz nimmt stetig zu. Die Forschung der letzten Jahre zeigt deutlich, dass der Wunsch, das Leben zu verkürzen, nicht so sehr aufgrund von Schmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden aufkommt. Entscheidend sind vielmehr psychologische Gründe, darunter vor allem der Verlust des Lebenssinns. Komplex dabei ist, dass jeder Mensch unter Lebenssinn etwas anderes versteht.

Ziel

Ziel dieses Projektes ist die Erfassung derjenigen Bereiche, die für den Lebenssinn der Menschen in der Schweiz am Lebensende entscheidend sind (Lebenserwartung von weniger als sechs Monaten). Dabei wird – aufgrund früherer Forschungsergebnisse – ein besonderes Augenmerk auf die persönlichen Wertvorstellungen und die Spiritualität gelegt. Schliesslich soll untersucht werden, in welcher Weise diese Faktoren den Wunsch nach Lebensverkürzung beeinflussen. Um diese Ziele zu erreichen, wird eine neue Interview-Methode eingesetzt. Sie ermöglicht den teilnehmenden Patienten, selbst zu definieren, welche Faktoren in ihrer Situation dem Leben einen Sinn geben. Darüber hinaus werden Fragen zu den Bereichen Spiritualität, Wertvorstellungen und dem Wunsch nach Lebensverkürzung gestellt.

Bedeutung

Die Ergebnisse der Untersuchung werden einerseits beschreiben, welche Bereiche in der letzten Lebensphase eines Menschen sinnstiftend wirken können. Andererseits wird der Einfluss von Lebenssinn, Spiritualität und Wertvorstellungen auf den Wunsch nach Lebensverkürzung am Lebensende dargestellt. Diese Erkenntnisse können helfen, eine bessere Betreuung für schwerstkranke Menschen zu organisieren. Nach einer Pilotphase sollen die Ergebnisse als Grundlage dienen, um eine neue, sinnzentrierte und unterstützende Behandlung für Menschen in der letzten Lebensphase zu entwickeln.

Originaltitel

Meaning in life, personal values, spirituality, and wishes for hastened death at the end of life

Projektleitung

  • Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Lehrstuhl für Palliativmedizin, Universität Lausanne
  • Dr. Mathieu Bernard, Lehrstuhl für Palliativmedizin, Universität Lausanne
  • Dr. Claudia Gamondi, IOSI, Ospedale S. Giovanni, Bellinzona
  • Dr. Florian Strasser, Kantonsspital St. Gallen

Kooperationspartner

  • Dr. Martin Fegg, Ludwig-Maximilians-Universität, München

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Gian Domenico Borasio Universität Lausanne
Lehrstuhl für Palliativmedizin
Centre Hospitalier Universitaire Vaudois
Av. Pierre Decker 5 1011 Lausanne +41 21 314 02 88 borasio@chuv.ch

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