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Lebensende im Gefängnis – Rechtlicher Kontext, Institutionen und Akteure

 

Menschen im Gefängnis können nicht frei bestimmen, wie und wo sie sterben. Die Thematik des würdevollen Sterbens erfordert daher im Gefängnis spezielle Aufmerksamkeit. Dieses Projekt untersucht, was es bedeutet, im Freiheitsentzug zu sterben und welche ethischen, juristischen und sicherheitsrelevanten Fragen dabei bedeutend sind.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Nach geltendem Recht sollen Menschen im Freiheitsentzug den gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung und Pflege haben wie der Rest der Bevölkerung. Die Mehrzahl der Fragen und Probleme, die das Lebensende von Menschen in Freiheit betreffen, gelten auch im Freiheitsentzug. Es gilt aber zu beachten, dass die Rahmenbedingungen und die Abläufe in Gefängnissen im Zusammenhang mit dem Lebensende eine Reihe von Hindernissen erzeugen. Diese erschweren es, den Anforderungen von Pflege und Schmerzlinderung im Kontext des Einsperrens und Strafens zu genügen. Weiter nimmt auch in Schweizer Gefängnissen die Zahl älterer Menschen stetig zu. Zudem zeichnet sich ein Trend zu härteren und längeren Strafen ab, welcher sich in Veränderungen der Verwahrungspraxis und in der neuen Möglichkeit der lebenslangen Verwahrung zeigt. Somit steigt auch die Zahl der Menschen, die im Gefängnis sterben werden. Die laufende Diskussion zu gutem Sterben und palliativer Medizin zeigt, dass gerade jene Menschen, die nicht frei bestimmen können, wie und wo sie sterben, spezieller Aufmerksamkeit bedürfen.

Ziel

Mittels ethnografischer Methoden, Fallstudien und juristischen Analysen untersucht dieses Projekt Fragen des Lebensendes aus der Perspektive verschiedener Akteure und auf unterschiedlichen institutionellen Ebenen im Schweizer Strafvollzug. Dazu sollen die rechtlichen und institutionellen Grundlagen sowie bisherige Praktiken im Umgang mit dem Lebensende und Sterben in verschiedenen Gefängnissen analysiert werden. Weiter rekonstruiert das Forschungsteam konkrete Fälle aus der Perspektive der Betroffenen (Insassen, Angehörige, Personal, weitere institutionelle Akteure) und dokumentiert sich abzeichnende institutionelle Lösungen und Beispiele guter Praxis.

Bedeutung

Das Projekt greift ein neues und wachsendes soziales Problem auf. Es befasst sich mit Fragen des institutionellen Umgangs und der guten Praxis zum Lebensende im Kontext des Schweizer Strafvollzugs und dient sowohl den Interessen der Praxis wie auch der Wissenschaft.

Originaltitel

End-of-Life in Prison: legal context, institutions and actors

Projektleitung

  • Dr. Ueli Hostettler, Pädagogische Hochschule Bern
  • Dr. Marina Richter, Bereich Soziologie, Sozialpolitik und Sozialarbeit, Universität Freiburg
  • Prof. Dr. Nicolas Queloz, Faculté de droit, Université de Fribourg

Institutionelle Zusammenarbeit

  • Justizvollzugsanstalt Lenzburg
  • Justizvollzugsanstalt Pöschwies

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. Ueli Hostettler Universität Bern
Institut für Strafrecht und Kriminologie
Schanzeneckstrasse 1 Postfach 3001 Bern +41 31 631 55 83 ueli.hostettler@krim.unibe.ch

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